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RP übergibt Zuwendungsbescheid für LWL-Römermuseum in Haltern am See Touristisches Autobahn-Hinweisschild aufgebaut

Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek (rechts)überreicht LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch den Förderbescheid für die Sonderausstellung Imperium über 500 000 Euro. Darüber freuen sich ebenso Bürgermeister Bodo Klimpel und Museumsdirektor Dr. Rudolf Aßkamp

Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek (rechts)überreicht LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch den Förderbescheid für die Sonderausstellung Imperium über 500 000 Euro. Darüber freuen sich ebenso Bürgermeister Bodo Klimpel und Museumsdirektor Dr. Rudolf Aßkamp.

Münster/Haltern am See. Einen Zuwendungsbescheid über 500.000 Euro aus den Händen von Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek erhielt heute (30. April) der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe Dr. Wolfgang Kirsch im LWL-Römermuseum in Haltern am See.

Die Mittel stammen aus dem Programm für Bodendenkmalpflege des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Römermuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Haltern am See befindet sich dort, wo der römische Statthalter Publius Quinctilius Varus ein Verwaltungs- und Militärzentrum der geplanten römischen Provinz im rechtsrheinischen Germanien etablieren wollte.

In Haltern am See wird die hochkarätige Sonderausstellung "Imperium -2000 Jahre Varusschlacht" das Römische Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht zeigen.

Die Sonderausstellung wird sowohl mit 500.000 Euro Bundesmitteln als auch mit 500.000 Euro vom Land NRW gefördert.

"Ich freue mich sehr darüber, dass mit dem Förderbescheid aus meinem Hause ein durch die Römerzeit geprägter Ort wie Haltern am See durch die Sonderausstellung zur Varusschlacht zusätzliche überregionale Bedeutung erfährt ", zeigte sich Paziorek zufrieden. "Der LWL kommt mit der Ausstellung seiner Verpflichtung nach, die kulturelle Identität in der Region zu stärken", so LWL-Direktor Kirsch.

Im Anschluss an die Bescheidübergabe wurde, sehr zur Freude von Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel, auch das erste, für die Autobahn 43 (in Fahrtrichtung von Münster nach Haltern am See) vorgesehene, touristische Hinweisschild auf das "Römerlager Haltern-Fundstätte und Museum" aufgestellt.

Weitere Informationen zur Ausstellung:

Die Ausstellung "IMPERIUM" des LWL-Römermuseums in Haltern am See ist neben den Ausstellungsorten in Detmold und Kalkriese das größte deutsche Ausstellungsprojekt in diesem Jahr und beschäftigt sich mit dem "Verlierer" und seinem Hintergrund: Bis heute wird Publius Quinctilius Varus als älterer, etwas dicklicher und behäbiger Verwaltungsmann wahrgenommen, der von Kriegsführung wenig Ahnung hatte. Wie sonst hätte ein germanischer Abtrünniger den Repräsentanten der Weltmacht Rom 9 n. Chr. in eine Falle locken können, die manche als das "Vietnam der Römer" bezeichnen?

Varus als Krisenmanager: Die Ausstellung im LWL-Römermuseum und in der Seestadthalle in Haltern am See zeichnet mit über 300 Exponaten auf insgesamt 2.000 Quadratmetern ein anderes Bild: Bis zu seiner Niederlage hatte Varus eine tadellose Karriere im Römischen Reich hingelegt, er war militärisch erfahren, hoch dekoriert und diplomatisch erfolgreich. Als Kind einer uralten römischen Adelsfamilie wurde er 47 v. Chr. Geboren. Als junger Mann begleitete Varus den Kaiser auf eine diplomatische Mission in den Osten des Imperiums, im Jahr 13 v. Chr. bekleidete Varus mit dem Konsulat sogar das offiziell höchste Amt im römischen Staat.

Vor allem als Statthalter in der römischen Provinz Syrien hatte er seine Kompetenz bewiesen. Im angrenzenden Königreich von Judäa war es zur Zeit der Geburt Jesu zu schweren Unruhen gekommen, die Varus niederschlagen konnte. Für den damaligen Kaiser Augustus muss Varus so etwas wie ein Mann für besonders schwierige Fälle gewesen sein, eine Art Krisenmanager.

Auch in Germanien konnte Varus zunächst wichtige Erfolge erzielen. Das Land schien bereits eine befriedete römische Provinz zu sein, als Augustus 9 n. Chr. die Hiobsbotschaft von der Niederlage in den germanischen Wäldern erreichte. Die Behauptung aber, Varus sei der typische Verlierer gewesen, kam erst Jahrzehnte nach seinem Tod auf. Das Zerrbild hat bis heute überlebt.

Vom Dorf zur Weltmacht im "Goldenen Zeitalter": Das LWL-Römermuseum stellt neben der Person des Varus das Römische Reich zur Zeit des Kaisers Augustus in den Mittelpunkt. Die aufwändig inszenierte Sonderausstellung in der Seestadthalle zeigt, wie sich Rom von einem Dorf auf sieben Hügeln zu einer Weltmacht entwickelte, die unter Augustus über den gesamten Mittelmeerraum herrschte. Hochkarätige Exponate aus internationalen Museen wie dem Pariser Louvre, dem British Museum in London oder aus dem Vatikan lassen die kulturelle Blüte des "Goldenen Zeitalters" wiederauferstehen Die berühmten Werke von Dichtern wie Vergil, Horaz und Ovid fallen in diese Zeit, die bildende Kunst erlebt einen Höhepunkt.

Die Ausstellung beleuchtet auch die herausragenden Leistungen des Augustus in der Innen- und Außenpolitik. Durch Kriege und diplomatisches Geschick gelang es dem Kaiser, sein Imperium weiter auszudehnen und langfristig zu sichern. Auch Personen im Schatten des Kaisers - seine Verwandten, Freunde und nicht zuletzt politische Weggefährten wie Varus - waren maßgeblich an dieser Erfolgsgeschichte beteiligt.

Austern für die Legionäre: In Haltern befanden sich vor 2000 Jahren die bedeutendsten römischen Militäranlagen in Germanien. Hier war mit der 19. Legion ein Teil der Truppen stationiert, die 9 n. Chr. in der Varusschlacht untergehen sollten. Die Ausstellung im LWL-Römermuseum berichtet vom Leben der römischen Legionäre in Haltern, einem Außenposten des Imperiums, in dem zeitweise auch Varus stationiert war. Besonders beeindruckend sind die logistischen Leistungen und effektiven Kommunikationswege des römischen Militärs. Auf der Lippe wurden Tausende Tonnen Getreide und selbst Luxusgüter wie Wein und Austern zu den Truppen in Germanien transportiert.

Das touristische Autobahnhinweisschild auf das Römermuseum kann rechzeitig vor Beginn der großen Sonderausstellung aufgestellt werden.
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Das touristische Autobahnhinweisschild auf das Römermuseum kann rechzeitig vor Beginn der großen Sonderausstellung aufgestellt werden. Darüber freuen sich Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek, Museumsdirektor Dr. Rudolf Aßkamp, Bürgermeister Bodo Klimpel, Fördervereinsvorsitzende Margarete Ockenga, LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch (links)und Karin Geißler (rechts) von der Bezirksregeirung Münster, die für den Förderbescheid verantwortlich zeichnet.

Das touristische Autobahnhinweisschild auf das Römermuseum kann rechzeitig vor Beginn der großen Sonderausstellung aufgestellt werden.
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In wenigen Wochen wird die Sonderausstellung auch in der Halterner Seestadthallte eröffnet. Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek läßt sich die Umbaupläne zeigen und ist neugierig auf die Exponate.

04.05.2009

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