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Regierungspräsident überreicht Anerkennungsurkunde für Münsteraner Dres. Klaus und Monika von Wild Stiftung
Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek (Mitte)überreicht die Anerkennungsurkunde an das Stifterehepaar Dres. Monika und Klaus von Wild
Die Stifter, Prof. Dr. med. Dr. h. c. Prof. h. c. Klaus von Wild, Neurochirurg, und seine Ehefrau Dr. phil. Monika von Wild, Kunsthistorikerin, beabsichtigen, einen Teil ihres Vermögens in eine Stiftung einzubringen, damit aus den Erträgen insbesondere gemeinnützige Projekte der evangelischen Kirche Münster nachhaltig gefördert werden können. Darüber hinaus möchten die Stifter Mittel zur Förderung von Forschungsvorhaben im medizinischen Bereich bereitstellen.
Das Stifterpaar stammt gebürtig aus Frankfurt am Main, einer früher freien Reichsstadt, in der Bürgersinn und soziale Verantwortung für das Gemeinwohl mit der Bereitschaft zur Einrichtung von Stiftungen und deren Unterstützung in den Bereichen sozialer, medizinischer und kultureller Aufgaben eine jahrhundertlange Tradition haben.
1982 kam die Familie von Wild nach Münster, wo Herr Dr. von Wild die Chefarztstelle an der neu eingerichteten Klinik für Neurochirurgie am Clemenshospital bis zum Jahre 2002 übernahm. Er hat eine für Deutschland beispielhafte Abteilung für die Wiederherstellung akut geschädigter Gehirnfunktionen, bekannt als frühe Neurorehabilitation, vor allem von Unfallopfern nach Schädel-Hirn-Verletzungen auf- und ausgebaut. Nach Erreichen der Altersgrenze fand Dr. von Wild die Zeit, neue Möglichkeiten für eine Verbesserung der Lebensqualität gehirn- und rückenmarkgeschädigter Menschen in einer engen, fächerübergreifenden und inzwischen weltweiten Kooperation mit Klinkern, Neuropsychologen und Grundlageforschern zu erarbeiten und in den Alltag umzusetzen.
Dieses medizinische Bemühen um eine Verbesserung der Lebensqualität von Hirngeschädigten und Querschnittsverletzten sollte nicht mehr wissenschaftliche Zielsetzung sein, sondern auch praktisch anderen Menschen zu Gute kommen, die allgemein hin zu den Randgruppen unserer Gesellschaft gezählt werden.
Stets bedarf es eines Vorbildes, Ungewohntes, Neues und Wichtiges zu sehen und zu erkennen. Wie für viele Münsteraner und weit über die Grenzen unserer schönen Stadt hinaus gab der Münsteraner Pfarrer Richard Hilge den entscheidenden Anstoß.
Über ihn heißt es in der Obdachlosenzeitung "Draußen" (Ausgabe 12/2009) "Obdachlosenpfarrer feiert 80. Geburtstag. Wenn man in Münster über Menschen redet, die sich für Arme und Obdachlose einsetzen, dann darf ein Name nicht fehlen: Pastor Richard Hilge. Dieser engagierte Mensch hat sich zusammen mit seiner Frau Gundel mit viel Humor und Nächstenliebe und vielen Helfern in unermüdlicher Arbeit immer wieder für die Belange der Menschen von der Straße eingesetzt. Am 14. Dezember wird Pastor Richard Hilge 80 Jahre. Sigi Nasner hat den Jubilar besucht und ihm begeistert zugehört."
Pfarrer Hilge und sein Werk dauerhaft zu unterstützen war Anliegen des Stifterpaares und ist nun Stiftungszweck. Die Stifter freuen sich und sind dankbar, dass Pfarrer Hilge für den Stiftungsrat gewonnen werden konnte, um mit ihm die Entscheidungen für weitere Aufgaben zu ermöglichen.
Als Begründer des Komitees für Neurorehabilitation in der Weltföderation neurochirurgischer Gesellschaften haben Dr. von Wild und seine Gattin, die in Münster Archäologie und Volkskunde studierte, auf ihren Informationsreisen der letzten Jahre in Nordafrika und Asien die dringenden Bedürfnisse nach Verbesserung medizinischer Grundversorgung besonders von Unfallverletzten kennen gelernt. In Form von Lehrveranstaltungen, praktischen Kursen und Studienaustausch mit dem Ziel "Hilfe zur Selbsthilfe" hat sich ein neues wichtiges Aufgabenfeld aufgetan. Hier möchten die Stifter durch regelmäßige Zuwendungen versuchen, eine Verbesserung der medizinischen Ausbildung direkt zu erreichen und praktische Forschungsvorhaben anzustoßen. Im November haben hierzu Gespräche mit Vertretern, Ärzten und Studenten christlicher Universitäten in Jakarta und Medan (Indonesien) sowie in Manila auf den Philippinen stattgefunden. Eine engere Kooperation wurde mit dem indonesischen evangelischen Bischof im Weltkirchenrat, Ephorus em. D. Dr. Soritua A.E. Nababan, bereits abgesprochen.
Soziale Kompetenz und Verantwortung sollen die Stiftung begleiten, in der auch die Söhne Dr. jur. Daniel und Dr. med. Tobias von Wild Verantwortung übernommen haben.
Das Anfangsvermögen der Stiftung muss in seinem Wert ungeschmälert erhalten bleiben. Zustiftungen sind möglich.
Die Dres. Klaus und Monika von Wild Stiftung ist die 167. Stiftung in Münster. Im Regierungsbezirk Münster gibt es jetzt 465. Stiftungen.
07.12.2009

