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Neues Kunstwerk in der Bezirksregierung - "Liebfrauen – Das ist Spitze!" ziert Büro des RP
Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek (links) freut sich über das Bild von Künstler Jörg Hartmann (rechts).
Münster. Freudestrahlend nahm jetzt Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek das Bild "Liebfrauen – Das ist Spitze!" des jungen Münsteraner Künstlers Jörg Hartmann entgegen. Das 67 mal 98 Zentimeter große Bild wird das Dienstzimmer des Regierungspräsidenten schmücken.
Beim Bummel mit Freunden durch die offene Nacht der Museen in Münster entdeckte Paziorek beim Besuch der Ausstellung im Krameramtshaus das Kunstwerk von Jörg Hartmann. Paziorek ist überzeugt, dass das Werk mit der Überwasserkirche im Spannungsfeld mit der Diözesanbibliothek ein Blickpunkt in seinem Büro sein wird.
Der 37-jährige Jörg Hartmann arbeitet seit 2007 an der grafischen Umsetzung von Jürgen Kehrers "Wilsberg" als Comicadaption.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema "Münster" treibt Blüten über das Projekt hinaus und es entstanden parallel dazu zahlreiche Münster-Grafiken. Aus dieser Reihe stammt das Bild "Liebfrauen - Das war Spitze!"
Nach Ansicht des Künstlers hat Münster zahlreiche architektonische Kontraste zu bieten und an kaum einer anderen Stelle ist er extremer als zwischen Überwasserkirche und Diözesanbibliothek. Die Schnörkel der Überwasserkirche treffen auf die moderne Nüchternheit der Diözesanbibliothek. Zwischen den Jahrhunderten entsteht ein interessantes Spannungsfeld, das Hartmann stilistisch noch unterstreicht. Die klar konturierten Flächen der Diözesanbibliothek stehen dem spontan aufgetragenem Kolorit der Überwasserkirche gegenüber. In einer Sprechblase, die in ikonisierter Form die ursprüngliche Spitze der Kirche enthält, erzählt Liebfrauen der Bibliothek scheinbar aus ihrer Vergangenheit. Während der Zeit der Wiedertäufer wurde die Spitze des Turms heruntergestürzt, um Kanonen auf dem entstandenen Plateau zur Verteidigung der Stadt aufzustellen. Gebäude, je älter sie sind, haben mehr zu erzählen als sie zunächst zeigen. Manchmal erschließen sich Hintergründe erst auf den zweiten Blick, manchmal erst über die geschichtliche Auseinandersetzung, manchmal beides. Hier stößt die pure Darstellung an ihre Grenzen. Der Sprung gelingt Hartmann über die Geste der Sprechblase, die dezente Hinweise liefert und zur Auseinandersetzung anregt.
Das Betätigungsfeld Jörg Hartmanns erlaubt interdisziplinäres Arbeiten. Zwischen den Stilen und Genres entstehen ungewohnte Sichtweisen, Architektur bekommt Sprechblasen und Kinderbuchillustrationen erhalten einen grafischen Strich.
Für seine Arbeit wird Jörg Hartmann in der kommenden Woche auf der internationalen Buchmesse in Bologna ausgezeichnet. Es folgen Ausstellungsbeteiligungen in Italien, Japan und Korea.
09.10.2009

