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Jürgen Feldsmann geht in den Ruhestand
Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller-Elverfeld (links) verabschiedet Jürgen Feldsmann in den Ruhestand (rechts).
Münster/Coesfeld. Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller-Elverfeld verabschiedete heute (20. August) den Bodenordnungsdezernenten Jürgen Feldsmann nach mehr als 35 Jahren im Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen in den Ruhestand. In einer Feierstunde bedankte sie sich für seine engagierte Tätigkeit und wünschte ihm für die Zukunft alles Gute.
Der Coesfelder Feldsmann trat 1974 als Regierungsvermessungsrat beim damaligen Amt für Agrarordnung in Coesfeld in den Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen ein. Er ist dem dienstlichen Standort Coesfeld während seiner Dienstzeit treu geblieben.
Zu seinen Aufgaben gehörten in den ersten Berufsjahren die klassischen Bodenordnungsverfahren, um die Agrarproduktion zu steigern und damit die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen. Dazu gehörten die Bodenordnungsverfahren Liedern-Werth (Bocholt) und Vreden.
Er hat die im Gesetz verankerten Naturschutzvorschriften mit den agrar- und infrastrukturellen Aufgaben in Einklang gebracht. Beim Bodenordnungsverfahren in Vreden hatte er großen Anteil daran, dass das heute landesweit wegen seiner Flamingos bekannte Zwillbrocker Venn erweitert und gesichert werden konnte.
Ein weiteres Großprojekt während seiner Berufszeit war das Bodenordnungsverfahren Füchte. Hier war das Ziel neben der Verbesserung der Agrarstruktur die Freilegung der Trasse für die Autobahn 31 im Bereich Heek/Gronau. Beim Bau der Autobahn fand man zudem ein großflächiges Bodendenkmal in der Ammerter Mark im Kreis Borken, das die Siedlungs- und Landschaftsgeschichte des westlichen Münsterlandes über mehr als 3500 Jahre belegt. Mit Hilfe von Ausgleichsmaßnahmen gelang es dieses Bodendenkmal in öffentliches Eigentum zu überführen und somit zu sichern.
Große Flächenbedarfe im landwirtschaftlichen Umfeld wurden mit Hilfe der Bodenordnung in ein Konzept eingepasst und haben Landwirtschaft und Landschaft gleichermaßen berücksichtigt. Die Renaturierung des Hellingbaches und des Goorbaches in Heek sind Musterbeispiele dafür.
Feldsmann stellte sich immer wieder neuen Herausforderungen. Er hat das Berkelauenschutzprogramm im Kreis Borken mit der Bodenordnung begleitet und umgesetzt. Es war das erste einvernehmlich mit Landschaft und Landwirtschaft im ländlichen Raum abgestimmte Konzept in Nordrhein-Westfalen. Wichtige Punkte waren hier die Einbindung von Ausgleich und Ersatzmaßnahmen für Eingriffe aus der Bauleitplanung der Kommunen, das so genannte Ökokonto sowie die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie.
Die EU-Life-Projekte Ellewicker Feld in Vreden, Düsterdieker Niederung in Westerkappeln und die Emsauen in Westbevern waren weitere Verfahren die bodenordnerisch umgesetzt wurden.
Feldsmann beteiligte sich in der Folge an grenzüberschreitenden Projekten im Bereich der Dinkel, der Berkel, der Euregio oder Interreg, wie beispielsweise Agri Cultura. Bei der Gründung der 3. Berkelcompagnie - eine grenzüberschreitende niederländische „Stichting“ zur Förderung von Tourismus, Erholung und Naturschutz unter Kooperation aller Berkelstädte - wurde er in den Vorstand berufen und gehört ihm bis heute an.
In seiner beruflichen Laufbahn wurden viele lange und harte Verhandlungen geführt, aber auch mancher erfolgreicher Projektabschluss gefeiert. Jürgen Feldsmann hatte dabei immer das Wohl der Betroffenen im Blick und prägte schon früh das Bild des modernen Dienstleisters.
20.08.2009

