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Ausstellung "VertrauensBlicke" wird eröffnet 250 Spickzettel ganz legal in der Bezirksregierung Münster
Lehrer Johannes Gröger zeigt den nachgestellten Arbeitsplatz eines Schülers bei dem Besucher die genaue Anzahl der Spickzettel erkennen sollen.
Das Ziel der Ausstellung sieht Gröger darin, für ein vertrauensvolleres Miteinander sowie eine größere Achtsamkeit im Schulalltag zu werben. Schließlich führe ein aufgeflogener Spickversuch oft zu einem kurzzeitigen veränderten wechselseitigen Vertrauensverhältnis von Schüler und Lehrer. Doch gerade dies gelte es immer wieder neu zu schützen, damit nicht Frustrationserlebnisse zurückbleiben. Denn gerade angehäufte Frustrationserlebnisse würden sich auf unterschiedlicher Weise entladen, wie die Zerstörung von Schulinventar oder Gewaltanwendung im Schulalltag oft zeige. So gesehen gehe es darum für eine Verbesserung des Schulklimas einzutreten, die durch viele kleine Schritte täglich erreicht werden könne, nicht zuletzt auch durch einen bewussten Verzicht des Spickzetteleinsatzes.
An den bisherigen Orten ihrer Präsentation - Ahlen, Münster, Recklinghausen, Oer-Erkenschwick und Bocholt – war die Wanderausstellung innerhalb der jeweiligen Schulen Ausgangspunkt einer intensiven Diskussion über den zweifelhaften Gebrauch der Spickzettel. Dies zeige, so Gröger, dass die Schüler für diese Thematik sehr sensibel und aufgeschlossen sind. Es gelte darum diese Chance zu nutzen. Wenn durch die Ausstellung auch nur ein "Spicker" weniger zum Einsatz käme, habe sich der Einsatz gelohnt.
Durch die zahlreichen Spickzettel versucht die Ausstellung die Entwicklung dieser "Memorabilien" nachzuzeichnen, da die technischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte sich auch auf die Erstellung der "Spicker" ausgewirkt hat. Ausgehend von den handgeschriebenen Exponaten, umfasst die Sammlung aber auch viele durch Computern erstellte "Spicker", die dem Betrachter fast unlesbar erscheinen obwohl sie mit sehr viel Mühe und oft mit farbig hervorgehobenen Wörtern, Tabellen oder Grafiken gestaltet sind. Zudem werden auch "Spicker" gezeigt, die als Verkleinerungen aus den Schulbüchern durch Kopierer erstellt wurden.
Dank der Unterstützung durch das Haus der Geschichte in Bonn führt die Ausstellung dem Betrachter zudem erstmalig eine ganz besondere Kuriosität vor Augen: die Reproduktion des legendären Spickzettels von Nationaltorhüter Jens Lehmann, der im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2006 eine riesige Popularität erlangt hat.
Indem der Besucher der Ausstellung vor einer Ausstellungsvitrine mit einem nachgestellten Schülerarbeitsplatz konfrontiert wird, ist er zur aktiven Mitarbeit eingeladen. Seine Aufgabe besteht darin, aus der Sicht der "Aufsichtsperson" die genaue Anzahl der "eingearbeiteten" Täuschungsversuche zu ermitteln. Schon heute darf man gespannt sein, ob das Rätsel richtig gelöst wird.
Die Ausstellung "VertrauensBlicke" wird vom 23. April bis 2. Juli 2009 montags bis freitags von 8.30 bis 15.30 Uhr in der Bezirksregierung Münster, Schulabteilung, Albrecht-Thaer-Straße 9, Münster, zu sehen sein.
23.04.2009





