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Vorsichtiger Optimismus: Stickstoffdioxidwerte an der Weseler Straße in Münster gesunken

Projektgruppe Luftqualitätsplan Münster tagte

Umweltzone in der Stadt Münster

Umweltzone im Stadtkern von Münster

Münster. Zu Beginn der unter dem Vorsitz der Bezirksregierung Münster stattfindenden Projektgruppensitzung zum Luftqualitätsplan Münster gab es gestern (3. März) eine gute Nachricht: Die Referenzmessstation an der Weseler Straße in Münster verzeichnet einen Rückgang der Stickstoffdioxidimmissionen von über 60 Mikrogramm pro Kubikmeter in den Vorjahren auf einen Mittelwert von 51 Mikrogramm pro Kubikmeter für das Jahr 2009. Dieser Rückgang stimmt verhalten optimistisch. Zu dem positiven Trend haben Maßnahmen zur Verkehrsverflüssigung sowie die Umstellung auf schadstoffarme Busse und die Abwrackprämie beigetragen. Die am 1. Januar 2010 in Kraft getretene Umweltzone wird den Trend weiter unterstützen. Der zulässige, ab 2010 geltende Immissions-grenzwert für Stickstoffdioxid liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Bei den Feinstaubwerten, die ebenfalls an der Weseler Straße gemessen werden, gab es für Januar und Februar 2010 bereits 16 Überschreitungstage. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) stellte ähnliche Ergebnisse auch in anderen Regionen fest, da die ungünstige überregionale Wetterlage nur einen geringen Luftaustausch zuließ und sich so die Luft mit Staub anreichern konnte. Bei Feinstaub in der Luft darf die Konzentration von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter maximal an 35 Tagen im Kalenderjahr überschritten werden.

Die in Münster eingerichtete Umweltzone wird weitgehend von der Bevölkerung akzeptiert. Das zeigte sich bei den rund 2000 Ratsuchenden, denen die Stadt Münster helfen konnte. Sie hat 770 Ausnahmegenehmigungen erteilt.

Ausnahmen gab es beispielsweise für mittelständische Busunternehmen, die ihre Flotten nicht innerhalb eines Jahres auf den modernsten Umweltstandard bringen können. Ergänzende Übergangsregelungen hierzu werden derzeit auf Landesebene diskutiert. Dabei wird eine einheitliche Lösung für alle Umweltzonen in Nordrhein-Westfalen angestrebt.

Inzwischen ist eine Vielzahl von Dieselpartikelfiltern für Lkws und Busse auf dem Markt, so dass alte Fahrzeuge nachgerüstet werden können.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) haben ergeben, dass die Schadstoffbelastung bei Westwind auf der Weseler Straße wegen der riegelförmigen Bebauung und der schlechten Luftdurchmischung besonders hoch ist. Die WWU empfiehlt der Stadt Münster für eine langfristige Bauplanung an der Weseler Straße Frischluftschneisen in westöstlicher Windrichtung zu brücksichtigen.

Bislang wurden wegen fehlender Umweltplakette keine Bußgelder erhoben, sondern mit Broschüren zur Umweltzone informiert.

Ab dem 1. April 2010 werden jedoch bei fehlender oder unzureichender Umweltplakette ein Bußgeld von 40 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderdatei in Flensburg fällig.

In der Projektgruppe Luftqualitätsplan Münster arbeiten Vertreter der Industrie, des Handwerk, des öffentlichen Personennahverkehrs, der Umweltverbände, der Universität und Polizei sowie der Stadt Münster und des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW unter der Leitung der Bezirksregierung Münster zusammen.

04.03.2010

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