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Gefahrenabwehrübung „Feuerkonzert 2010“
Gemeinsame Presseinformation des Kreises Steinfurt, der Bundeswehr (Mittleres Transporthubschrauberregiment 15 „Münsterland“) und der Bezirksregierung Münster
Löschwasseraußenlastbehälter "Smokey" wurden 2007 in den Regierungsbezirk Münster verlegt
Eine gigantische Feuerwand, enorme Hitzentwicklung, massive schwarze Rauchsäulen, viele schreiende schwerverletzte Menschen: Mehrere hundert Rettungskräfte eilen zu Hilfe.
Bei dieser Gefahrenabwehrübung kollidiert ein Transporthubschrauber CH-53 auf dem Weg zum Heeresflugplatz Rheine-Bentlage mit einem Transportflugzeug. An Bord des Hubschraubers befindet sich das Heeresmusikkorps. In Rheine-Bentlage touchiert der Transporthubschrauber im Notlandeanflug zusätzlich einen Alouette-Hubschrauber und setzt einen Wald in Brand. Es gibt rund 50 verletzte Personen.
Das Transportflugzeug, das mit der CH 53 kollidierte, hat mehrere Kartons mit Explosivstoffen an Bord und muss auf dem ehemaligen NATO-Stützpunkt Hörstel-Dreierwalde notlanden. Bei der Notlandung hat es den Tower gestreift. Dort sind zwei bis drei Personen eingeschlossen und müssen von außen gerettet werden. Das angrenzende Areal der ehemaligen Hundewache ist ebenfalls in Brand geraten. Bei der Notlandung hat das Transportflugzeug eine Fläche von rund 50.000 Quadratmetern, das sind ungefähr fünf Fußballfelder, in Brand gesetzt und eine brennende Ölspur hinterlassen. Einen solchen großflächigen Brand zu bekämpfen, ist schwierig und erfordert zusätzlichen Löschmitteleinsatz aus der Luft. Deshalb wird ein Hubschrauber den Löschwasseraußenlastbehälter „Smokey“ mit 5.000 Litern Wasser gezielt über dem Brand ausleeren.
Übungsziel:
Ziel der Übung ist es, die Zusammenarbeit zwischen Kreis, Bundeswehr und Bezirksregierung zu trainieren. Erstmalig sind die Bezirksbereitschaften aktiviert und in Fahrzeugverbänden zu einem gemeinsamen Bereitstellungsraum zusammengezogen worden. Von dort geht es auf vorbestimmten Wegen zum Schadensgebiet.
Aufgaben:
Im Übungsteil Rheine-Bentlage werden die MANV-Konzepte (Massenanfall von Verletzten) des Kreises Steinfurt und der Bundeswehr geprobt. Dazu werden etwa 50 Personen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) als realistische Unfall- und Notfalldarsteller (RUND) geschminkt und vor Ort platziert.
Die Bezirksregierung Münster trainiert in Hörstel-Dreierwalde erstmals in dieser Größenordnung mit den Bezirksbereitschaften (rund 530 Einsatzkräfte und 116 Fahrzeuge) aus den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt, Warendorf und den kreisfreien Städten Gelsenkirchen und Münster die Zusammenarbeit in Katastrophenfällen.
Aufgabe der Einsatzkräfte an diesem Übungsort ist die Bekämpfung der Brände des Transportflugzeuges und der ehemaligen Hundewache. Weiterhin sind die transportierten Explosivstoffe zu sichern und eine Riegelstellung zum benachbarten Treibstoffdepot aufzubauen. Für die Riegelstellung sind mehrer Strahlrohre erforderlich. Das benötigte Löschwasser muss über eine etwa 3.000 Meter lange Schlauchleitung mit mehreren Pumpen aus der Dreierwalder Aa zum Brandherd gefördert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass dort möglicherweise noch Munition lagert. Auch deshalb ist der Wasser-Einsatz aus der Luft mit Hilfe des „Smokeys“ nötig. Außerdem wird im stark verqualmten Gebäude der ehemaligen Hundewache noch eine Person vermisst. Die Feuerwehr muss sie mit Atemschutzgeräten suchen und retten. Die im Tower eingeschlossenen und verletzten Personen müssen mittels einer Drehleiter gerettet werden.
Die Bezirksbereitschaften, die sich aus den Löschzügen der Kreise und kreisfreien Städte zusammen setzen, werden von der rund 20-köpfigen Abteilungsführung koordiniert.
Nach Abschluss der Übung wird der Tag in kameradschaftlicher Runde auf dem Gelände des Flugplatzes Hörstel-Dreierwalde beendet.
Im Regelfall nimmt die Planung und Organisation einer solchen Übung ein halbes Jahr in Anspruch.
Zahlen und Fakten
- insgesamt rund 750 Einsatzkräfte
- 520 Einsatzkräfte in Hörstel-Dreierwalde
- 116 Fahrzeuge der Bezirksbereitschaften aus den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt, Warendorf und den kreisfreien Städten Gelsenkirchen und Münster
- rund 50 Unfallmimen (Realistische Unfall- und Notfalldarsteller) der DLRG Westfalen
- 35 Gäste und Beobachter
- 550 Feldbetten
- 4.800 Flaschen Mineralwasser (0,5 Liter)
- 15 Toilettenhäuschen
- 750 Lunchpakete
- 8.000 Liter Diesel
- 2.500 Liter Benzin
10.07.2010

