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Mittelstand im Regierungsbezirk Münster investiert stärker als Gesamt NRW – Konjunkturpaket greift

Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek und Vorstandsmitglied der NRW.Bank Klaus Neuhaus

Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek und Vorstandsmitglied der NRW.Bank Klaus Neuhaus

Münster. Stärker als im Landesdurchschnitt entwickelt sich derzeit die mittelständische Wirtschaft im Regierungsbezirk Münster. So vergab die NRW.BANK in der ersten Hälfte des Jahres 494,6 Millionen Euro. Das sind 86,9 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. Die Steigerungsrate in Nordrhein-Westfalen betrug dagegen "nur" 33,7 Prozent. Diese Zahlen gab die Förderbank des Landes heute anlässlich einer Pressekonferenz gemeinsam mit Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek im Gebäude der Bezirksregierung Münster am Domplatz bekannt.

"Der Aufschwung gewinnt deutschlandweit weiter an Fahrt und ist jetzt auch beim Mittelstand angekommen", so Klaus Neuhaus, Vorstand der NRW.BANK. "Die Unternehmen müssen nun weiter investieren, damit aus dem Sommermärchen auch ein Wintertraum wird. Und die Aufgabe der NRW.BANK ist es mehr denn je die entsprechenden Mittel bereitzustellen, damit sich die positive konjunkturelle Entwicklung weiter festigt", so Neuhaus weiter.

Auch der Münsteraner Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek zeigte sich zufrieden angesichts dieser Zahlen: "Die durch die Bezirksregierung Münster und die NRW.Bank angestoßenen Förderungen, aus dem Bereich des Konjunkturpaketes aber auch aus anderen Förderbereichen unseres Hauses und die daraus abzuleitende positive konjunkturelle Entwicklung haben dafür gesorgt, dass die prognostizierten Horrorszenarien nicht Realität geworden sind".

So konnte im Rahmen des Gesetzes zur Umsetzung von Zukunftsinvestitionen der Kommunen und der Länder der Bund den Ländern und Gemeinden 10 Milliarden Euro für bedeutsame strukturelle Investitionen zur Verfügung gestellt. Auf NRW entfallen davon rund 2,8 Milliarden Euro, wovon 84 Prozent direkt an die Kommunen gehen. Im Regierungsbezirk Münster konnten so rund 401 Millionen Euro kommunalen Zuwendungsempfängern und Krankenhäusern für konkrete Förderprojekte zur Verfügung gestellt werden.

Der Schwerpunkt des Zukunftsinvestitionsprogramms liegt mit 65 Prozent im Bildungsbereich. 35 Prozent sind für den Investitionsschwerpunkt Infrastruktur vorgesehen. Förderfähig ist im Investitionsschwerpunkt Bildungsinfrastruktur insbesondere die energetische Sanierung von Schulen, Kindergärten und Weiterbildungseinrichtungen. Der Investitionsschwerpunkt Infrastruktur beinhaltet unter anderem den Städtebau, Lärmschutzmaßnahmen an kommunalen Straßen, und sonstige Infrastrukturinvestitionen.

Bei der Umsetzung des Zukunftsinvestitionsgesetzes war eine schnelle und reibungslose Verfahrensabwicklung unabdingbar. Das Land Nordrhein-Westfalen und die Bezirksregierungen haben dies schnell, unbürokratisch und kommunalfreundlich umgesetzt, sodass mit einem angemeldeten Gesamtinvestitionsvolumen von rund 376,7 Millionen Euro bereits 94 Prozent der zugewiesenen Mittel verplant sind. Für rund 894 der zwischenzeitlich 1512 angemeldeten Maßnahmen liegen bereits konkrete Mittelabrufe und liquiditätswirksame Auszahlungsanweisungen vor. Diese positive Entwicklung wird dadurch abgerundet, dass im Regierungsbezirk Münster bereits über 259 Maßnahmen faktisch abgeschlossen wurden. Dies zeigt, dass in NRW die damit beauftragten Bezirksregierungen die Voraussetzungen geschaffen haben, dass die Mittel auch schnellstmöglich "konjunkturwirksam" geworden sind und somit schon in 2010 wichtige Impulse für die heimische Wirtschaft gegeben werden können.

Neben diesem wichtigen Beitrag im Rahmen der Förderung nach dem Zukunftsinvestitionsgesetz wird die Bezirksregierung Münster ihre originären und überwiegend strukturpolitischen Aufgaben als Bewilligungsbehörde in einer Vielzahl von Förderbereichen mit einem prognostizierten Fördervolumen in Höhe von rund 575 Millionen Euro auch in diesem Jahr wieder erfüllen. Allein für die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 wurden bis August 2010 nahezu 33 Millionen Euro bewilligt, wovon im Regierungsbezirk Münster die Städte Gelsenkirchen, Bottrop und Castrop-Rauxel besonders profitiert haben.

Dass die Unternehmen investieren, belegen die Förderzahlen der NRW.BANK für den Regierungsbezirk Münster. Das Neugeschäft in der Existenzgründungs- und Mittelstandsförderung stieg bis Ende Juni 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 287,6 Millionen Euro (Vorjahr 149,0 Millionen Euro, +93 Prozent). Vor allem beim NRW.BANK.Mittelstandskredit, dem volumenstärksten Förderprogramm, ist per 30. Juni 2010 ein Plus von 18,2 Prozent zu verzeichnen. Damit wuchs das Neuzusagevolumen auf 97,2 Millionen Euro (Vorjahr 82,2 Millionen Euro) an. Der Trend geht beim NRW.BANK.Mittelstandskredit im Vergleich zum Vorjahr nicht nur zu größeren Volumina, sondern auch zu einer höheren Stückzahl. Diese stieg von 383 auf 471.

Positiv entwickelte sich ebenso der NRW.BANK.Universalkredit. Bislang konnten Mittel in Höhe von 14,8 Millionen Euro vergeben werden (Vorjahr 12 Millionen Euro). Das ist ein Plus von 24 Prozent.

Deutlich zugelegt hat auch der NRW.BANK.Gründungskredit. Das Fördervolumen stieg um 57 Prozent von 8,9 Millionen Euro auf 14,1 Millionen Euro. Dagegen sank die Zahl der in Anspruch genommenen Darlehen von 108 auf 95 Stück und damit um 12 Prozent. Der Trend geht also hin zu höheren Volumina pro Einzeldarlehen. Diese Entwicklung ist ein deutliches Indiz für den Optimismus im Mittelstand. Die aufgeschobenen Investitionsvorhaben werden offensichtlich nun in Angriff genommen.

Weiterhin gut nachgefragt werden auch die Kleinstkredite im Regierungsbezirk Münster. Beim NRW/EU.Mikrodarlehen, das 2008 als Pilotprojekt startete, belief sich das Zusagevolumen bis zum Ende des ersten Halbjahres 2010 auf 328.000 Euro und entspricht damit dem 2,8fachen des Vorjahresvolumens. Mit dem Mikrodarlehen werden Kleinstunternehmer mit Beträgen zwischen 5.000 Euro und 25.000 Euro gefördert.

In der Phase des einsetzenden Aufschwungs wächst nicht nur der Bedarf an Fördermitteln, sondern auch an kompetenter Beratung. Dieser Entwicklung trug die NRW.BANK Rechnung und stärkte die 2009 eingeführte NRW.BANK.Infoline. Hier gingen allein von Januar bis August mehr als 6.500 Anrufe ein. Zudem sind die Förder- und Finanzierungsberater der NRW.BANK seit Monaten unter dem Motto "Liquidität für den Aufschwung" unterwegs.

Seit Anfang des Jahres fanden mehr als 1000 Beratungstermine und Veranstaltungen zu allen Fragen rund um das Thema Existenzgründungs- und Mittelstandsförderung statt.

Rede des Regierungspräsideten zur Gemeinsame Pressekonferenz NRW.Bank und Bezirksregierung (PDF 41 KB)

01.09.2010

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